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Griechenland · alle Gestalten

Apollon

Ἀπόλλων · Apóllōn; lateinisch Apollo

Der Gott des Bogens, der Leier und des Orakels — der Pest schickt und heilt, der in Delphi spricht und nie so, dass man sicher sein könnte.

Der Apollo vom Belvedere — römische Marmorkopie nach einem griechischen Bronzeoriginal, Vatikanische Museen
Der Apollo vom Belvedere — römische Marmorkopie nach einem griechischen Bronzeoriginal, Vatikanische MuseenLivioandronico2013 · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Die Ilias beginnt mit seinem Zorn, nicht mit dem des Achilleus. Der Priester Chryses, von Agamemnon abgewiesen, betet zu ihm, und Apollon steigt vom Olymp herab, „zürnend im Herzen, den Bogen auf den Schultern”, setzt sich abseits der Schiffe und schiesst — erst auf die Maultiere und Hunde, dann auf die Menschen; neun Tage brennen die Scheiterhaufen (Ilias 1,43–52). Der Gott, der die Pest schickt, ist derselbe, dem man den Paian singt, damit sie aufhört (1,472–474). Heilen und Töten liegen bei Apollon nicht nebeneinander, sondern sind dasselbe Vermögen.

Delos

Der Homerische Hymnus erzählt seine Geburt als Suche nach einem Ort. Leto, schwanger von Zeus, findet kein Land, das sie aufnehmen will — jede Insel fürchtet den Gott, der da kommen soll. Nur Delos, klein und felsig, lässt sich überreden, unter der Bedingung, dass Apollon dort seinen ersten Tempel baut. Neun Tage liegt Leto in den Wehen, weil Hera die Geburtsgöttin zurückhält; dann umfasst sie die Palme, und der Gott wird geboren, und die Insel wird golden (Hymnus 3, 14–126). Hesiod fasst es in zwei Zeilen: Leto gebar dem Zeus Apollon und Artemis, „die lieblichsten Kinder unter allen Himmlischen” (Theogonie 918–920).

Delphi

Die zweite Hälfte desselben Hymnus erzählt, wie Apollon sich einen Ort für sein Orakel sucht. Er kommt nach Krisa unter dem Parnass, legt die Fundamente, und erschlägt die Drachin, die dort haust; ihr Leib verfault in der Sonne — griechisch pýthein —, und daher heisst der Ort Pytho. Dann verwandelt er sich in einen Delphin, springt auf ein kretisches Schiff und lenkt es nach Krisa, um die Seeleute zu seinen ersten Priestern zu machen (Hymnus 3, 281–544). Delphi hiess nach dem Delphin, Pytho nach der Verwesung; der Gott hat beide Namen selbst gestiftet.

Was ein Orakel war, zeigt Herodot an Kroisos, dem König von Lydien. Der liess erst alle Orakel Griechenlands prüfen, indem er am selben Tag überall fragen liess, was er gerade tue — nur Delphi wusste es: Er kochte eine Schildkröte mit einem Lamm in einem Bronzekessel. Dann fragte er, ob er gegen die Perser ziehen solle, und bekam zur Antwort, wenn er den Halys überschreite, werde er ein grosses Reich zerstören. Er zog, und das Reich, das er zerstörte, war sein eigenes (Historien 1,46–55; 1,91). Als er dem Gott danach Vorwürfe machte, antwortete Delphi, er hätte nachfragen sollen, welches Reich gemeint sei. Apollons Sprache ist wahr und nicht eindeutig, und beides ist Absicht.

Der Gott, der nicht bei einem bleibt

Apollon steht in der Ilias auf Seiten Trojas, und er kämpft anders als die anderen Götter. Er schlägt Patroklos von hinten zwischen die Schultern, schlägt ihm den Helm vom Kopf und zerbricht ihm die Lanze, „im Nebel verborgen”, damit Hektor ihn töten kann (16,788–806). Und er täuscht Achilleus, indem er die Gestalt eines Trojaners annimmt und ihn quer durch die Ebene von der Stadt weglockt, bis er sich zu erkennen gibt: „Du verfolgst einen Gott, du wirst mich nicht töten” (22,7–20). Er ist nie dort, wo man ihn fassen könnte — im Nebel, in anderer Gestalt, hinter einem Rätsel.

In Rom hiess er weiterhin Apollo; er ist der einzige der grossen Götter, den die Römer mit dem griechischen Namen übernahmen, weil sie keinen eigenen hatten. Wikidata führt ihn deshalb in beiden Welten, und unten stehen beide.

Verwandtschaft und Zuständigkeit

Aus Wikidata, Stand des Bestands. Die Zahl ist kein Bedeutungsmass: sie sagt, was eingetragen ist. Grau steht, was nicht zum Register der 4 erhobenen Welten gehört — Heroen, Menschen, Orte.

Vater
Zeus
Mutter
Leto
Partner (51)
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Kinder (82, davon 3 im Register)
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Gilt als dasselbe wie (6)
Apollo (Rom) · Bassoledulitanus (Rom) · Dysprus (Rom) · Kendrisos (Rom) · Pirunenus (Rom) · Sol (Rom)
Gehört zu
Dei Consentes · Olympische Götter

4 weitere Gleichsetzungs-Verweise in Wikidata führen auf Gestalten anderer Welten oder auf Dinge, die keine Gestalten sind, und werden hier nicht gezeigt.

Quellen

Die Stellen, auf denen der Text oben steht. Was nicht belegt ist, steht nicht da. Der Registereintrag dieser Gestalt: Q37340.