sagenwelt

Rom · alle Gestalten

Ceres

Ceres · Cerēs, Genitiv Cereris

Die Göttin des Getreides, deren Name im Wort für Frühstücksflocken steckt — Schutzherrin der Plebs, deren Tempel ihr Archiv war, und die Mutter, die ihre Tochter sucht, in Ovids römischer Fassung.

Ceres — Marmorstatue aus dem Theater von Mérida, 1. Jahrhundert
Ceres — Marmorstatue aus dem Theater von Mérida, 1. JahrhundertÓscar Marín Repoller - User:Oscurecido. Original uploader was Cynwolfe at en.wikipedia · CC BY 3.0 · Wikimedia Commons

Ceres ist die Göttin, die man jeden Morgen nennt, ohne es zu wissen: Das englische cereal kommt von ihr, und das lateinische crescere, wachsen, ist mit ihrem Namen verwandt. Sie ist das, was auf dem Feld wächst, und Rom hat sie so ernst genommen, wie eine Stadt das Brot ernst nimmt.

Die Göttin der Plebs

Ihr Tempel am Aventin, zu Beginn der Republik geweiht, war der Tempel der kleinen Leute. Die Ädilen der Plebs, die Beamten des Volkes, hatten dort ihr Amt und ihr Archiv; die Beschlüsse des Senats wurden dort hinterlegt, wo die Plebs sie nachlesen konnte, und die Getreideversorgung der Stadt hing an ihrem Namen. Wer die Rechte eines Volkstribunen verletzte, verfiel mit Leib und Gut der Ceres. Die Göttin des Getreides war die Göttin derer, die es nicht selbst anbauten und darauf angewiesen waren, dass es ankam.

Die Cerealia

Ovid widmet ihr im vierten Buch der Fasti das Fest im April — und erzählt dazu die ganze Geschichte der Demeter, auf Latein und mit einem sizilischen Schauplatz: Proserpina pflückt Blumen bei Henna, die Erde öffnet sich, der Onkel fährt sie in die Unterwelt; Ceres sucht sie mit zwei Fackeln, die sie am Ätna entzündet, über die ganze Erde, kommt nach Eleusis, wird Amme des Triptolemos, hält ihn ins Feuer, wird erkannt — und erfährt zuletzt von der Sonne, wo die Tochter ist. Jupiter teilt das Jahr, und Ceres lässt das Korn wieder wachsen (Fasti 4,393–620). Ovid übernimmt den Homerischen Hymnus fast Szene für Szene und macht aus der Amme in Eleusis eine Lehrerin des Ackerbaus: Triptolemos, nicht Demophon, ist bei ihm das Kind, und ihm gibt sie den Pflug.

Das Fest selbst beschreibt Ovid mit einem Brauch, der sonst nirgends steht: Im Circus wurden Füchse mit brennenden Fackeln am Schwanz losgelassen — zur Erinnerung, sagt er, an einen Fuchs, der einst in Carseoli ein Kornfeld angezündet hatte (4,681–712). Die Göttin des Getreides bekam an ihrem Fest das Bild seiner Vernichtung vorgeführt.

Demeter

Alles, was Ceres erzählt, ist Demeters Geschichte; die Demeter-Seite dieser Fläche hat die griechische Fassung, mit Eleusis und den Weihen. Rom hat die Mysterien nicht übernommen, wohl aber den Kult mit griechischen Priesterinnen, die man aus Neapel und Elea holte — die Ceres der Plebs war eine römische Göttin mit griechischer Liturgie. Und der erste Zwergplanet, 1801 entdeckt, trägt ihren Namen; unten steht, ob Wikidata ihn führt.

Verwandtschaft und Zuständigkeit

Aus Wikidata, Stand des Bestands. Die Zahl ist kein Bedeutungsmass: sie sagt, was eingetragen ist. Grau steht, was nicht zum Register der 4 erhobenen Welten gehört — Heroen, Menschen, Orte.

Vater
Saturn
Mutter
Ops · Rhea
Kinder
Libera · Proserpina
Gilt als dasselbe wie
Demeter (Griechenland)
Zuständig für (4)
Fruchtbarkeit · Getreidekörner · Landwirtschaft · Mutterschaft
Gehört zu
Aventinische Trias · Dei Consentes

Was den Namen weiterträgt

Quellen

Die Stellen, auf denen der Text oben steht. Was nicht belegt ist, steht nicht da. Der Registereintrag dieser Gestalt: Q32102.