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Maat

𓐙𓌴𓂝𓏏𓆄 · Mꜣꜥt; Ma'at

Wahrheit, Recht und Ordnung in einem Wort, und eine Göttin mit der Feder auf dem Kopf — gegen die das Herz gewogen wird, und die jeder König „aufzustellen" hatte.

Maat mit der Straussenfeder auf dem Kopf — Zeichnung nach Grabmalereien
Maat mit der Straussenfeder auf dem Kopf — Zeichnung nach GrabmalereienNo machine-readable author provided. Jeff Dahl assumed (based on copyright claims). · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Maat ist zuerst kein Name, sondern ein Wort, und das Wort hat im Deutschen keine Entsprechung. Es heisst Wahrheit, wenn einer spricht; Recht, wenn einer richtet; Ordnung, wenn die Welt so läuft, wie sie soll — der Nil steigt, die Sonne geht auf, der König regiert. Das Gegenteil heisst Isfet: Lüge, Unrecht, Unordnung, alles zugleich. Und Maat ist eine Göttin, die Tochter des Re, die eine Straussenfeder auf dem Kopf trägt und in der Sonnenbarke mitfährt. Die Feder ist ihr Zeichen und ihr Gewicht.

Die Feder

Im Totengericht, das der 125. Spruch des Totenbuchs beschreibt, tritt der Tote in die „Halle der beiden Maat” — der Name der Halle ist ihr Name im Dual —, spricht sein Bekenntnis vor zweiundvierzig Richtern und wird gewogen: sein Herz gegen ihre Feder. Ist das Herz leichter oder gleich, war das Leben in Maat; ist es schwerer, hat es Isfet darin. Die Waage prüft nicht Frömmigkeit und nicht Opfer, sondern das Verhalten — ob einer gelogen, gestohlen, das Wasser abgeleitet, das Mass verfälscht hat. Maat ist die Ethik Ägyptens, und sie ist in einer Feder ausgedrückt, weil sie leicht ist, wenn man sie hat, und unerreichbar, wenn nicht.

Was der Vezier lehrt

Die älteste Lehre Ägyptens, die des Veziers Ptahhotep, sagt es ohne Göttin. Erman übersetzt Maat dort als Wahrheit: „Bist du ein Mann in leitender Stellung und gibst der Menge Befehle, so strebe nach jeder Trefflichkeit, bis kein Fehl mehr in deinem Wesen ist. Die Wahrheit ist trefflich und ihre Tüchtigkeit dauert, und seit der Zeit ihres Schöpfers wird sie nicht gestört, während man den, der ihre Gesetze übertritt, bestraft. Sie liegt als richtiger Weg vor dem, der nichts hat. Das Böse erobert zwar Schätze, aber die Kraft der Wahrheit ist es, dass sie dauert, und der rechte Mann sagt: das ist die Habe meines Vaters” (Erman, S. 89–90). Ermans Anmerkung: Der Schöpfer der Wahrheit ist Re, „der die Wahrheit in die Welt einführte”. Maat ist nicht erfunden, sondern eingeführt — sie war vor den Menschen da, und die Menschen können sie nur halten oder verlieren.

Der König

„Maat aufstellen und Isfet vertreiben”: Das ist die Formel, mit der jeder König sein Amt beschrieb, auf Tempelwänden und in Inschriften, tausend Jahre lang dieselbe. In den Opferszenen reicht der König dem Gott eine kleine Figur der Maat auf der Hand — er gibt ihm die Ordnung zurück, die er bewahrt hat. Das ist der Vertrag zwischen Ägypten und seinen Göttern: Die Götter halten die Welt in Gang, der König hält sie in Maat, und jeder Einzelne wird am Ende gewogen. Eine Göttin, die man nicht anbetet, sondern tut — und die Ägypter haben ihr trotzdem Tempel gebaut, weil ihnen ein Wort ohne Gesicht nicht genügte.

Verwandtschaft und Zuständigkeit

Aus Wikidata, Stand des Bestands. Die Zahl ist kein Bedeutungsmass: sie sagt, was eingetragen ist. Grau steht, was nicht zum Register der 4 erhobenen Welten gehört — Heroen, Menschen, Orte.

Vater
Re
Partner
Thot
Zuständig für
Gerechtigkeit
Gehört zu
ägyptische Mythologie

Quellen

Die Stellen, auf denen der Text oben steht. Was nicht belegt ist, steht nicht da. Der Registereintrag dieser Gestalt: Q170471.