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Ägypten · alle Gestalten

Isis

𓊨𓏏𓁐 · ꜣst; griechisch Isis

Die Schwester und Frau des Osiris, die seinen Leib suchte und Horus empfing — die Göttin, die aus Ägypten hinausging und im ganzen Römischen Reich verehrt wurde.

Isis mit dem Thron-Zeichen auf dem Kopf, das ihren Namen schreibt — Zeichnung nach Grabmalereien
Isis mit dem Thron-Zeichen auf dem Kopf, das ihren Namen schreibt — Zeichnung nach GrabmalereienJeff Dahl · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Ihr Name ist ein Möbelstück. Isis wird mit dem Zeichen des Thrones geschrieben und trägt es auf dem Kopf; sie ist der Sitz, auf dem der König sitzt — die Mutter, die den Herrscher hervorbringt und ihm den Platz gibt. Das ist die älteste Auskunft über sie, und sie steht in der Schrift, bevor irgendeine Geschichte erzählt wird.

Die Suche

Die Geschichte ist die des Osiris, von der anderen Seite. Erman fasst sie in der Einleitung zu den Osirisliedern zusammen: Seth hat den Bruder ermordet und die Leiche ins Wasser geworfen; „seine Schwester und Gattin Isis suchte lange nach ihr; als sie sie endlich gefunden und ans Land gezogen hatte, fächelte sie ihr Luft zu und gab damit dem Osiris wieder eine Art Leben. Sie wurde von ihm schwanger und gebar einen Knaben, den Horus; den zog sie in einem versteckten Orte auf, damit er den Nachstellungen des Seth entgehe” (Erman, S. 187). Das Lied selbst nennt sie „die Schwester, die ihn schützte, die Feinde vertrieb”, und beschreibt die Flügel, mit denen sie ihm Luft zufächelt — Isis wird als Vogel dargestellt, der über dem Toten schwebt.

Plutarch erzählt die Suche mit allen Einzelheiten der Sage: Isis irrt umher, findet den Kasten in Byblos, wo er in einen Baum eingewachsen und als Säule in den Königspalast verbaut ist; sie dient dort als Amme, holt die Säule heraus, bringt den Leib nach Ägypten; als Typhon ihn zerstückelt, sucht sie jedes Stück in einem Papyrusboot und begräbt es, wo sie es findet (Über Isis und Osiris, 13–18). Die Griechen haben in ihr Demeter erkannt, die ihre Tochter sucht, und Plutarch sagt es selbst. Aber Isis sucht nicht ein Kind, sondern einen Toten, und sie findet ihn nicht ganz.

Die Klügste

In der Erzählung von König Cheops und dem Zauberer, die Erman übersetzt hat, tritt Isis nicht als Trauernde auf, sondern als Handelnde: Sie geht mit Nephthys, Mesechent, Heket und Chnum als Tänzerin verkleidet in das Haus einer Frau, die in den Wehen liegt, „stellte sich vor sie und Nephthys hinter sie”, und holt drei Kinder auf die Welt, die drei Könige werden — und gibt jedem mit einem Wortspiel seinen Namen (Erman, S. 74–76). Die Göttin, die den Thron im Namen trägt, macht Könige mit den Händen.

Ihr Beiname war „die Grosse an Zauber”. Was sie damit konnte, erzählt das spätere Ägypten in Sprüchen, in denen sie Skorpione bannt, den Sohn heilt und sogar dem Sonnengott seinen geheimen Namen abringt; sie stehen nicht in den Texten, aus denen diese Seite zitiert, und werden hier nur genannt.

Hinaus aus Ägypten

Keine ägyptische Gottheit ist so weit gereist. Als Ägypten griechisch und dann römisch wurde, ging Isis mit: Sie bekam Tempel in Athen und in Pompeji, auf dem Marsfeld in Rom, und Anhänger bis an den Rhein und die Donau. Was Wikidata unten unter „Gilt als dasselbe wie” führt, sind die Spuren dieser Reise — die Göttinnen anderer Welten, mit denen man sie gleichgesetzt hat. Der Kult hielt sich, bis das Christentum ihn schloss; die Gestalt der Mutter mit dem Kind auf dem Schoss, die sie in Ägypten seit Jahrtausenden war, hat ihn überlebt.

Verwandtschaft und Zuständigkeit

Aus Wikidata, Stand des Bestands. Die Zahl ist kein Bedeutungsmass: sie sagt, was eingetragen ist. Grau steht, was nicht zum Register der 4 erhobenen Welten gehört — Heroen, Menschen, Orte.

Vater
Geb
Mutter
Nut
Partner
Osiris
Kinder
Anubis · Horus
Gehört zu
ägyptische Mythologie

Quellen

Die Stellen, auf denen der Text oben steht. Was nicht belegt ist, steht nicht da. Der Registereintrag dieser Gestalt: Q79876.