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Jupiter

Iuppiter · Iūpiter, Genitiv Iovis; Iuppiter Optimus Maximus

Der Beste und Grösste — Herr des Himmels, des Blitzes und des Eides, Gott des römischen Staates auf dem Kapitol, dem jeder Triumph galt und jede Iden gehörten.

Der Jupiter von Smyrna — römische Marmorstatue des 2. Jahrhunderts, Louvre
Der Jupiter von Smyrna — römische Marmorstatue des 2. Jahrhunderts, LouvreMarie-Lan Nguyen · Public domain · Wikimedia Commons

Iuppiter ist ein zusammengewachsener Anruf: Iou-pater, „Vater Himmel”. Der erste Teil ist derselbe Name wie Zeus, aus demselben indogermanischen Wort für den hellen Tag; der zweite ist die Anrede, die im Gebet daran hing, bis sie nicht mehr abzulösen war. Der Genitiv verrät es noch: Iovis, ohne den Vater. Die Römer haben also nicht Zeus übernommen — sie hatten ihn schon, unter seinem alten Namen, bevor sie je einen Griechen gesehen hatten.

Beinamen statt Biografie

Was Rom mit diesem Gott tut, ist nicht erzählen, sondern anrufen — und jeder Anlass bekommt einen eigenen Namen. Livius lässt schon Romulus zwei davon stiften: Nach dem Sieg über den König von Caenina trägt er dessen Rüstung auf das Kapitol und weiht sie Jupiter Feretrius — der erste Tempel Roms, sagt Livius, und die erste spolia opima (1,10). Und als die Römer in der Schlacht gegen die Sabiner zu fliehen beginnen, gelobt Romulus dem Jupiter Stator einen Tempel, „der zum Stehen bringt”, wenn er die Flucht aufhält — und die Flucht hält (1,12).

Numa, der zweite König, gibt ihm einen eigenen Priester, den Flamen Dialis, und einen Altar als Jupiter Elicius, dem „Herausgelockten”, an dem man den Gott befragt, was seine Blitze bedeuten (1,20). Der Blitz ist Jupiters Sprache; ein Ort, an dem er eingeschlagen hat, wird umzäunt und gehört ihm.

Der Beste und Grösste

Den grossen Tempel begannen die Könige aus dem Haus der Tarquinier auf dem Kapitol, mit drei Zellen für Jupiter, Juno und Minerva; beim Ausheben der Fundamente fand man einen menschlichen Kopf, unversehrt, und die Seher deuteten ihn als Zeichen, dass dieser Hügel das Haupt der Welt sein werde (Livius 1,38; 1,55). Eingeweiht hat ihn die junge Republik, nachdem die Könige vertrieben waren (1,56). Von da an heisst er Iuppiter Optimus Maximus, der Beste und Grösste, und ist der Gott des Staates: Zu ihm zieht der Triumphator, das Gesicht rot bemalt wie das Kultbild, und legt den Lorbeer in seinen Schoss.

Die Spiele, die Rom ihm feierte, die Ludi Romani, führt Livius auf Tarquinius Priscus zurück, der Pferde und Faustkämpfer aus Etrurien kommen liess (1,35). Und im Kalender gehören ihm die Iden jedes Monats: „An den Iden fällt dem Jupiter ein weisses Lamm, grösser als sonst” (Fasti 1,56).

Die Verheissung

Eine Geschichte hat Jupiter dann doch bekommen, und sie ist römisch und nicht griechisch. Im ersten Buch der Aeneis klagt Venus dem Vater, dass ihr Sohn Aeneas über das Meer getrieben werde, und Jupiter antwortet lächelnd — „mit dem Gesicht, mit dem er Himmel und Unwetter aufklärt” — mit einer Prophezeiung: Aeneas wird Latium erreichen, seine Nachkommen werden Alba Longa gründen, aus Alba kommt Romulus, und dann: „Ihnen setze ich weder Grenzen der Dinge noch Zeiten; Herrschaft ohne Ende habe ich gegeben” (Aeneis 1,257–296). Wo Zeus in der Ilias nickt, um einer Bitte der Thetis nachzugeben, spricht Jupiter ein Weltreich aus.

Und Zeus

Ab dem 3. Jahrhundert v. Chr. hängten römische Dichter Jupiter die Biografie des Zeus an — Geburt, Titanenkampf, Ehen —, und darum steht unten unter „Gilt als dasselbe wie” Zeus, und Juno erscheint als Partnerin. Aber Wikidata kennt dort noch mehr: Thor, Perun, Indra. Das sind die Verweise anderer Welten auf denselben Himmelsvater, und sie zeigen, was der Name schon sagte — Jupiter war nie nur römisch. Der Donnerstag, der bei uns nach dem Donnergott heisst, trägt in Wikidata seinen Namen.

Verwandtschaft und Zuständigkeit

Aus Wikidata, Stand des Bestands. Die Zahl ist kein Bedeutungsmass: sie sagt, was eingetragen ist. Grau steht, was nicht zum Register der 4 erhobenen Welten gehört — Heroen, Menschen, Orte.

Vater
Saturn
Mutter
Ops
Partner
Iuturna · Juno · Latona
Kinder (13, davon 11 im Register)
Apollo · Bacchus · Bellona · Diana · Garamantis · Herkules · Iarbas · Iuventas · Mars · Mercurius · Minerva · Proserpina · Vulcanus
Gilt als dasselbe wie (8)
Adceneicus (Rom) · Assaecus (Rom) · Cimistenus (Rom) · Maleciabrudes (Rom) · Nennicus (Rom) · Tamitenus (Rom) · Uxlemitanus (Rom) · Zeus (Griechenland)
Gehört zu
Dei Consentes

4 weitere Gleichsetzungs-Verweise in Wikidata führen auf Gestalten anderer Welten oder auf Dinge, die keine Gestalten sind, und werden hier nicht gezeigt.

Was den Namen weiterträgt

Quellen

Die Stellen, auf denen der Text oben steht. Was nicht belegt ist, steht nicht da. Der Registereintrag dieser Gestalt: Q4649.